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Paris 2009

Parisexkursion (19. - 26. April 2009)

 Partons à cheval sur le vin
Pour un ciel feerique et divin!
Charles Baudelaire, 1857

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Am frühen Morgen des 19. Aprils 2009 bestiegen 18 ausgeschlafene, wissbegierige und bestens vorbereitete KunsthistorikerInnen zusammen mit Herrn Prof. Dr. Kanz, Frau Dr. Lehmann, Frau Dr. Leinweber und Herr Dr. Petri den Unibus, um sich in die Hauptstadt der Kunst und der Liebe aufzumachen. Die berühmt-berüchtigte Exkursion des Pariszyklus stand diesmal ganz im Zeichen des glorreichen 19. Jahrhunderts.

Versehen mit jeweils 3 (!) Referaten und einem Reader, der an Größe und Gewicht die meisten Damenhandtaschen sprengte, erreichten wir hochmotiviert die erste Station Compiègne, wo Herr Dr. Garleff zustieg, seit mehreren Jahren eingefleischter Franzose und Kontaktmann in Paris, sollte er in den nächsten Tagen seine ausgeprägte Endeckungslust und - im Vergleich zu so manchem Studenten - unerschöpfliche Ausdauer unter Beweis stellen.

Nach einem Besuch der Festung von Pierrefonds erreichten wir unsere Bleibe, die sich schon auf den letzten Exkursionen und mit ihren rocailleverzierten Heizungen auch für uns bewährt hat. Tatsächlich sollten wir dort in der folgenden Woche jedoch nur wenig Zeit verbringen.

Schon am nächsten Tag ging es - quelle surprise - in den Louvre, wo zwischen Kaffeefahrern und asiatischen Reisetrupps die ersten wissenschaftlich ausgefeilten Referate zum Besten gegeben wurden. In den nächsten Tagen standen außerdem das Musée Rodin, das Musée Galliera, das Musée Moreau, das Musée d´Orsay, das Petit Palais und die Opéra Garnier auf dem Programm. Besonders romantisch wurde es bei einer Törtchenpause unter fliederbewachsenen Lauben im Musée de la Vie Romantique.

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Neben den Schönen Künsten des 19. Jahrhunderts sollten wir in den nächsten Tagen jedoch auch mit Geisteshaltung und lifestyle der damaligen Zeit vertraut werden. Außer Referaten zum Dandy, dem Salon und zahlreichen modischen Aspekten, statteten wir beispielsweise auch dem Hotel Païva einen Besuch ab, dessen Besitzerin es mit Schönheit und Geschick zu diesem beeindruckenden Stadtpalais gebracht hatte, sodass uns allmählich klar wurde, dass das Thema der Prostitution im 19. Jahrhundert durchaus salonfähig war.

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Dem Besuch von Monsieur Monets Atelier und dessen idyllischem Seerosenteich in Giverny folgte ein ländlicher Ausflug nach Auvers-sur-Oise, der uns einen Einblick in die Lebens- und Schaffenswelt von Vincent van Gogh bescherte.und uns auch auf jenes Kornfeld führte, wo er seine berühmten Bilder malte und versuchte, sich das Leben zu nehmen. Nach so viel Arbeit hatten wir uns das Picknick mit Champagner und Brie dann redlich verdient.

Allgemein sollte neben der geistigen Nahrung auch das leibliche Wohl keineswegs zu kurz kommen und nicht zuletzt beim gemeinsamen Abschluss-Dîner wurde das ein oder andere Glas Vin Rouge (zu viel) geleert.

Nach 7 lehrreichen Tagen und einem Finale in Schloss Chantilly wollte kaum einer wieder den Bus in Richtung Heimat besteigen, denn trotz der manches Mal recht extremen körperlichen Erfahrungen und der ständigen Befürchtung, der aktuelle Programmpunkt könnte in irgendeiner Weise irgendetwas mit dem eigenen Referatsthema zu tun haben, haben wir unser Herz an Paris verloren - die Stadt der (käuflichen) Liebe, der Dandys und Demimondaines.

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Paris, nôtre ciel féerique et divin...nous t`adorons.

 

Waleria Dorogova und Laura Langelüdecke